Ach du Schreck! AD(H)S (ADS)

Vom Chaoskind zum Lebenskünstler

Ach du Schreck! AD(H)S (ADS)
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Produktinformationen "Ach du Schreck! AD(H)S (ADS)"

[A]ch [D]u [S]chreck - ADS: Arno Backhaus - Er ist dreimal sitzen geblieben, viermal von der Schule verwiesen worden und hatte die ersten Stufen seiner kriminellen Karriere erfolgreich genommen: Arno Backhaus. Der Bühnen- und Aktionskünstler hat erst durch seinen Sohn Fabian bemerkt , dass er selbst ADS hat - in einer extrem hyperaktiven Form! Hier erzählt er erstmals mit großer Offenheit von seinen oft leidvollen Erfahrungen im Elternhaus, seinen frühen Nöten in Beziehungen und der Einsamkeit, zu der ihn sein gestörtes Sozialverhalten verdammt hat. Der ADS-Experte Dr. Justus Lauer, Kinder- und Jugendarzt und -psychiater und Visnja Lauer, die hunderte von ADS-Betroffenen in ihrer Praxis beraten hat und selbst betroffen ist, kommentieren Passagen aus dem Leben von Arno Backhaus, die besonders Aufschluss geben über das Störungs-Bild AD(H)S. Auch geben sie hilfreiche Tipps und nützliche Informationen.





Arno Backhaus über sein Buch:

Liebe Freunde!
Wer hätte das gedacht, dass aus einem Dieb ein Missio-Narr wird, der in den Fußgängerzonen Geld verschenkt (siehe meine Homepage (www.arno-backhaus.de) unter missio-narr). Wer hätte gedacht, dass die Person, die für viele wie ein Buch mit 7 Siegeln war, wie ein aufgeschlagenes Buch wurde und jetzt eine tragisch-spannende Biographie herausbringt. Am wenigsten ich selbst. Ich bin dreimal sitzen geblieben, viermal von der Schule verwiesen worden und hatte die ersten Stufen meiner kriminellen Karriere erfolgreich genommen. In meinem neusten Buch ADS - Ach du Schreck! Vom Chaoskind zum Lebenskünstler erzähle ich erstmals mit großer Offenheit von meinen leidvollen Erfahrungen in meinem Elternhaus, meinen frühen Nöten in Beziehungen und der Einsamkeit, zu der mich mein gestörtes Sozialverhalten verdammt hat. Dr. Just Lauer, Kinderarzt und ADS-Experte, und Visnja Lauer, die hunderte von ADS-Betroffenen in ihrer Praxis beraten hat, kommentieren in dieser bisher einmaligen Form der Darstellung Passagen aus meinem Leben, die besonders Aufschluss geben über das Krankheits-Bild AD(H)S (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung).
Wer hilfreiche Tipps und umfassenden Rat für den Umgang mit AD(H)S in der eigenen Familie sucht, ist hier genau richtig. Am Ende des Buches habe ich eine Positiv-Liste möglicher Eigenarten von ADS-Betroffenen zusammengestellt, die motivieren soll, einen weiteren Blick auf AD(H)S-Menschen zu bekommen. Nicht nur ein Mutmachbuch für alle Angehören und Betroffenen von AD(H)S, auch für alle, die Interesse an einer außergewöhnlichen Biographie haben.


Das Fachmagazin „ADHS Deutschland e.V.“ schreibt u.a.:

Die Zahl an Büchern zur ADHS ist inzwischen unüberschaubar. Gibt man bei Amazon „ADHS“ ein, werden nicht weniger als 30.835 Fundstellen angeführt. Darunter sind allerdings nicht nur Bücher, sondern auch Alltags“helfer“ wie Uhren, Pillenboxen, „Energie-Anhänger“ (das sind übrigens keine PKW-Anhänger mit Eigenantrieb) und sogar Klöppel für Klangschalen. Bisweilen ist der Zusammenhang mit der ADHS nur schwer auszumachen, doch scheinen Störungsbild und Therapie zu bekannt und lukrativ, als dass mancher auf den werbewirksamen Begriff verzichten wollte. Lag der Verdacht daher nicht nahe, ein weiterer Autor von Lebenshilfe-Büchern habe sich des ADHS-Themas bemächtigt, als Arno Backhaus, ein christlicher Lieder-macher und Vortragsreisender, das Buch „Ach du Schreck! AD(H)S. Vom Chaoskind zum Lebenskünstler“ auf den Markt brachte? Vielleicht war es ja an der Zeit, dass nach Allergie und Algen, Homöopathie und Holismus, fieser, frustraner und festhaltender Therapie auch die Vertreter des Glaubens ihre Heilsversprechen zur ADHS verkündeten. So dachte ich und war gleichermaßen gespannt wie gewarnt, als ich die Lektüre des übersichtlich aufgemachten und gut strukturierten Buches begann. Das einleitende Kapitel „AD(H)S: Kein Schreckgespenst“ ist gut zu lesen und fasst den Stand des Wissens zu Störung und Behandlung verständlich zusammen. Im Hinblick auf die medikamentöse Therapie im Erwachsenenalter (vgl. S. 25) hätte spätestens die vierte Auflage von 2012 ein kleines Update gebraucht, doch sind ansonsten weder die Inhalte noch ihre Darstellung zu kritisieren. Was das Buch von anderen Veröffentlichungen zur ADHS unterscheidet, sind hingegen die autobiographischen Kapitel eins bis drei, die sowohl die Kindheit und Jugend des Autors in den 1950er und 1960er Jahren als auch die Entwicklung seines Sohnes Fabian beschreiben. Ein vergleichbar persönlich berührender und dennoch in vielen Details exemplarischer Bericht über ein Leben mit ADHS ist mir nicht bekannt. Allenfalls „Wonderland Avenue“, die Autobiographie Danny Sugermans, der als hyperaktives Kind in Beverly Hills aufwuchs, später Jim Morrison und die Doors kennenlernte, schließlich mit der Band und ihrer Entourage fast im Drogensumpf unterging, ist in ihren Schilderungen ähnlich eindrücklich, mutet jedoch im Vergleich zu Backhaus Kindheit im Nachkriegsdeutschland ungleich surrealer an. Arno Backhaus größtes Verdienst ist es dabei, die Balance von Emotionalität einerseits und Reflexion andererseits zu halten. Auf diese Weise entsteht eine Anteilnahme nicht nur am Schicksal des Autors und seiner Familie, sondern dem Leben mit ADHS im Allgemeinen, bar jeder Weinerlichkeit und jeden Selbstmitleids. Wer die Existenz der ADHS leugnet oder ihre Symptomatik auf eine Traumafolge reduziert, kann anhand von Backhaus Geschichte lernen, wie eng, bisweilen tragisch das Temperament eines Kindes mit den Reaktionen der Umwelt verbunden ist. Dass der Autor und seine Frau, die neben dem Arzt- und Therapeutenehepaar Visnja und Just Lauer einzelne Passagen von „Ach du Schreck! AD(H)S“ schrieb, ihre Kinder bewusst ganz anders erzogen, als Arno Backhaus selbst aufgewachsen war, ist offensichtlich. Dennoch haben sie mit Fabian einen Sohn, der seinem Vater im Verhalten in vielem ähnelt. Im Unterschied der Kindheit Fabians von der des Vaters wird sichtbar, wie viel Einfluss die Eltern auf die Lebensfreude und auch den Lebenserfolg ihres ADHS-Kindes haben, ohne die ADHS selbst ändern zu können. „Ach du Schreck! AD(H)S“ endet mit einem Kapitel über „ADHS: Die eigene Funktionsweise verstehen“. Es ist solide wie die einleitende Zusammenfassung des Wissenstands zur ADHS, bietet hilfreiche Hinweise und Tipps zum Leben mit der ADHS. Hat man das Buch zuende gelesen, bleibt vor allem anderen die Erinnerung an die Lebensgeschichte von Arno Backhaus. Als 14-Jähriger stiehlt er entfernten Verwandten aus Argentinien, die aufgrund einer mutmaßlichen Erbschaft nach Deutschland gekommen und Gäste der Familie waren, fast 2.000 DM aus dem Koffer. Der jugendliche Arno hat materielle Bedürfnisse, die seine Eltern weder erfüllen können noch wollen. Doch er kann warten. Statt das Geld sogleich auszugeben, was Verdacht erweckt hätte, bringt er es in einem alten Geldbeutel zum Fundbüro. Nach einem Jahr darf er es behalten, da niemand den Verlust meldet. Als Erwachsener schreibt Backhaus dem inzwischen alten Ehepaar. Er gesteht den Diebstahl und erstattet ihnen das damals geklaute Vermögen. „Die Verwandte schrieb, dass sie wusste, dass ich der Dieb war, und sie nur zum Schutz meiner Mutter nichts verraten hatte. Sie wusste, meine Mutter wäre Amok gelaufen. Sie schrieb weiter, dass sie nie reich waren, sich viel Geld ansparen mussten, um überhaupt mit dem Schiff nach Deutschland kommen zu können. Ihre erste Erfahrung in Sachen Geld war mein Diebstahl; dann erfuhren sie in einer der entsprechenden Behörden, dass ihnen keine Erbschaft zustand (was bedeutete, dass sie die Fahrt nach Deutschland umsonst gemacht hatten). Als sie zurückreisten, stahl ihnen jemand auf dem Schiff auch noch das restliche Geld. Als ich das las, war ich betroffen und beschämt. Umso froher war ich, dass ich es ihnen gebeichtet hatte und ihnen das Geld und einiges mehr zurückschicken konnte.“ So ist es mit der ADHS. Sie ist weder ein Urteil über den Menschen und seine Umwelt, noch darf ihre Diagnose als falsche Erklärung und Lizenz für das Verhalten der Betroffenen missbraucht werden. Am Abend jeden Tages und im Blick auf jeden neuen Tag sind wir alle aufgefordert, Rechenschaft abzulegen für unser Handeln. Wir können unser Temperament, unsere Neigungen und Ängste ignorieren oder einbekennen, die Natur und unsere Geschichte für unser Leben verantwortlich machen oder selbst die Verantwortung übernehmen für das, was wir mit und ohne Bedacht tun. Was nützt es, die ADHS als individuelle Kondition zu leugnen und an ihre Stelle ein Konstrukt aus sozialen Erklärungen, Rechtfertigungen und Entschuldigungen zu setzen?! Die wichtigste und wertvollste Botschaft von „Ach du Schreck! AD(H)S“ ist das unbedingte und zugleich doch vertrauensvolle Bekenntnis zum eigenen Leben mit all seinen Widrigkeiten, seinem Glück und seinen Schmerzen. Mag es Gott sein, der einem hilft, oder allein die Zuversicht, dass für jeden unter der Sonne Platz ist, solange man das Licht nicht scheut oder aus Angst und Bequemlichkeit in seiner kleinen Höhle aus Gleichgültigkeit, Mutlosigkeit, Ziellosigkeit, Engstirnigkeit, zuletzt Blindheit verharrt.
„Dr. Johannes Streif (Auszug aus dem Fachmagazin „ADHS Deutschland e.V.“)

 
Autor: 'Backhaus, Arno', 'Lauer, Just', 'Lauer, Visnja'
Thema: Biografien, Zeitgenössische Persönlichkeiten
Einband: Paperback
Erscheinungsdatum / Erfassungsdatum 30.09.2009
Gewicht 0.367 kg
Verlag / Hersteller Brendow
Seiten 176
ISBN / EAN 9783865062864
Abmessung 210 x 160 x 12 mm
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